
Abstecher nach Frankreich – Pfälzer Wald
Motorradtour nach Frankreich: Auf dieser Route genießen wir landestypisches Essen im malerischen Wengelsbach und erleben den atemberaubenden Blick vom Luitpoldturm über den Pfälzer Wald.
VogesenMotorradregion Vogesen6 Strecken
Der Motorrad-Guide für die Vogesen: die Route des Crêtes, die schönsten Cols, Bikertreffs, Sehenswürdigkeiten, Werkstätten, französische Verkehrsregeln und Anreise.
Die Vogesen sind das westliche Randgebirge der Oberrheinebene. Sie ziehen sich in Nord-Süd-Richtung durch den Osten Frankreichs, in der Region Grand Est: Nach Osten fällt der Kamm steil zur elsässischen Rheinebene ab, nach Westen läuft er sanfter ins lothringische Hügelland aus. Jenseits des Rheins steht der Schwarzwald als geologischer Zwilling — dieselbe herausgehobene Scholle, nur vom Oberrheingraben getrennt. Für Motorradfahrer ergibt sich daraus eine klare Geografie: ein durchgehender Höhenzug mit einer einzigen Grundidee — oben lang am Kamm, unten quer durch die Täler.

Die Höhe trägt der Süden, die Hautes Vosges. Hier runden sich die Granitkuppen zu den namensgebenden „Ballons": der Grand Ballon mit 1424 Metern als höchster Punkt des Gebirges, dahinter Storkenkopf (1366 m) und Hohneck (1363 m). Nach Norden wird das Gestein zu rotem Buntsandstein, die Kuppen sinken, der Wald schließt sich dichter — die Nordvogesen sind ein ruhigeres, waldigeres Revier, in dem Sandsteinfelsen mit Burgruinen die Höhen krönen und die Anstiege kürzer und enger ausfallen. Der Hauptkamm war über Jahrhunderte die Grenze zwischen Elsass und Lothringen und zugleich eine Sprachgrenze; an den Ortsnamen links und rechts der Passhöhen ist das bis heute ablesbar.
Das Rückgrat ist die Route des Crêtes, die Kammstraße. Sie entstand im Ersten Weltkrieg als französische Militärstraße zur Versorgung der Front und verläuft genau deshalb fast durchgehend ein Stück unterhalb der Gratlinie auf der Westseite — in Deckung vor deutschem Beschuss. Heute zieht sie sich über mehr als 70 Kilometer vom Raum Cernay im Süden bis zum Col du Bonhomme im Norden und hält sich meist zwischen 950 und 1250 Metern Höhe. Ihren höchsten Punkt erreicht sie mit rund 1340 Metern am Col du Grand Ballon; der Gipfel selbst liegt gut achtzig Meter darüber und wird zu Fuß oder über eine Stichstraße erreicht. Unterwegs wechselt die Strecke die Nummern — D430, D431, D148, D61 —, bleibt aber ein einziger Faden.
Der Fahr-Charakter ist nicht alpin. Statt eng gestaffelter Serpentinen gibt es lange, gut einsehbare Bögen, mäßige Steigungen und viel Rhythmus. Eine der langen Auffahrten auf den Grand Ballon steigt über gut 21 Kilometer ab Uffholtz mit im Mittel nur rund 4,8 Prozent — kein Kraftakt für den Motor, dafür sauberes Arbeiten an der Linie. Unten stehen Tannen und Fichten dicht am Asphalt, oben öffnen sich die Chaumes, die baumlosen Hochweiden des Kamms, mit freiem Blick nach beiden Seiten. Eine Stichstraße von der Kammstraße führt auf den Hohneck (1363 m) — den höchsten mit dem Fahrzeug erreichbaren Punkt der Vogesen. Das Gebirge ist dabei nicht symmetrisch: Nach Osten, zum Elsass hin, fällt der Kamm steiler ab als nach Westen, sodass die elsässischen Abfahrten kurviger geraten als die langgezogenen Rampen der lothringischen Seite. Der Belag der Départementsstraßen ist überwiegend gut.

Auf den Kamm führen einige klare Achsen, und ihre Kombination macht die Tagesrunde aus. Aus dem Münstertal klettert die D417 zum Col de la Schlucht (1139 m), dem meistbefahrenen Übergang, der Munster im Elsass mit Gérardmer in Lothringen verbindet. Weiter nördlich quert der Col du Bonhomme. Im Süden bündeln sich Markstein und Grand Ballon zum höchsten Abschnitt, und ganz im Südwesten steht der Ballon d'Alsace (1247 m, Passhöhe 1171 m) über der D465 — dort stoßen vier Départements und zwei Regionen zusammen, und bei klarer Luft liegt die Alpenkette bis zum Mont Blanc am Horizont.
Das Verbindungsstück im Tal liefert der Osten. Am Fuß der Berge läuft die elsässische Weinstraße entlang, von ihr zweigen die Seitentäler ab — das Münstertal, das Tal der Thur, die Täler um Kaysersberg und Guebwiller. Wer mag, klinkt sich von der Weinstraße in eine Auffahrt ein, fährt oben ein Stück Kamm und lässt sich durch das nächste Tal wieder hinab. Auf der lothringischen Seite übernimmt die Seenlandschaft um Gérardmer die Rolle des Sammelbeckens.
Weil die Berge die Wolken vom Atlantik abfangen, teilt sich das Wetter am Grat. Die lothringische Westseite ist feuchter und grüner, die elsässische Ostseite liegt im Regenschatten — Colmar zählt zu den trockensten Orten Frankreichs. Für die Planung ist das praktisch: Hängt oben Nebel in den Chaumes, scheint unten im Elsass oft noch die Sonne, und ein Wechsel auf die Ostseite rettet den Nachmittag.

Die Saison reicht grob vom Frühjahr bis in den Spätherbst. Auf dem Kamm liegt von November bis ins Frühjahr Schnee; die höchsten Abschnitte der Route des Crêtes werden dann nicht geräumt und bleiben gesperrt. In der warmen Jahreszeit teilen sich Motorräder die Strecke mit Rennradfahrern — der Ballon d'Alsace gilt als erster großer Berganstieg der Tour de France (1905) —, mit Ausflugsverkehr und an Wochenenden mit gut gefüllten Gipfelparkplätzen. Zügig fahren lässt sich hier, solange man den Radverkehr in jeder Kurve mitdenkt.
Das Revier bleibt damit überschaubar und ist trotzdem vielseitig: ein hoher, zusammenhängender Kamm mit einer historischen Panoramastraße, ein gutes Dutzend benannter Übergänge, dazu der Kontrast zwischen granitenem Süden und sandsteinernem Norden, zwischen feuchtem Lothringen und sonnigem Elsass. Wer die Route des Crêtes einmal in beide Richtungen gefahren ist und ein paar Talauffahrten dazugenommen hat, kennt das Grundmuster der Vogesen. Für die restlichen Täler reicht ein Wochenende nicht.
Wer gezielt ein motorradfreundliches Hotel oder eine Ferienwohnung in den Vogesen sucht, findet die gebündelt auf motorradhotelvogesen.de.
Die schönsten Strecken-Achsen, Bikertreffs, Tankstellen und 5 fertige Tagesrunden.
AnsehenWelche Ecke sich wie fährt – die Teilräume einzeln vorgestellt.
AnsehenWas ist aktuell gesperrt – mit voraussichtlichem Ende, Streckenzustand und Unterfahrschutz.
AnsehenSehenswürdigkeiten, Sagen & Kultur – die lohnenden Stopps vom Bike aus.
AnsehenWann es am schönsten ist, wie du anreist und worauf du dich einstellst.
Ansehen
Motorradtour nach Frankreich: Auf dieser Route genießen wir landestypisches Essen im malerischen Wengelsbach und erleben den atemberaubenden Blick vom Luitpoldturm über den Pfälzer Wald.

Das Dreiländereck von Deutschland, Frankreich und der Schweiz eröffnet fantastische Tourenmöglichkeiten für Motorradfahrer. Immerhin finden sich dort die Kurven von Schwarzwald, Vogesen und dem Jura.

Der Rauch hat sich verzogen. Das Getöse der Schlachten des ersten Weltkriegs ist seit knapp 100 Jahren verstummt. Was bleibt sind Erinnerungen, Kriegsgräber und jede Menge Relikte des alten Frontverlaufs. Coelestina Lerch und Dr. Dietrich…
Benachbarte Motorradregionen – weitere Strecken-Guides aus dem Netzwerk: